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Vom Apotheker zum Marktführer: die Wyeth-Story
Als vor über 40 Jahren Wyeth Pharma in Deutschland gegründet wurde, konnte die internationale Muttergesellschaft Wyeth bereits auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken.
Alles begann im Jahr 1860: In Philadelphia eröffnete der Apotheker John Wyeth gemeinsam mit seinem Bruder Frank einen Drugstore. Auf Anregung ortsansässiger Ärzte begann er früh damit, häufig verordnete Medikamente nicht erst bei Vorlage des Rezeptes sondern schon auf Vorrat herzustellen. Diese Idee hatte großen Erfolg. Schon bald gab er einen Katalog mit allen verfügbaren Wyeth-Arzneien heraus: Gepresste Tabletten, Glyzerin-Zäpfchen, Brausesalz und lösliche Gelatinekapseln gehörten zum Angebot des florierenden Unternehmens.
Als John Wyeth starb, übertrug sein Bruder die Firmenanteile der Universität Harvard. Diese verkaufte das Unternehmen 1931 an die Firma American Home Products Cooperation (AHPC), die erst wenige Jahre zuvor gegründet worden war.
Als es Wyeth im Jahre 1943 gelang, ein Verfahren zur kommerziellen Penicillin-Herstellung zu entwickeln, begann der Aufstieg des Unternehmens. Von Juli 1943 bis Januar 1944 produzierte Wyeth mehr als 60 Prozent des Weltbedarfs an Penicillin. Im Jahr 1945 konnte Wyeth als erstes Unternehmen eine orale Darreichungsform des Antibiotikums entwickeln. Zuvor hatte man das Medikament noch injizieren müssen. Eine der Muttermilch sehr ähnliche Säuglingsnahrung, ein gefriergetrockneter Pocken-Impfstoff und eine gegabelte Nadel, die die Impftechnik revolutionierte – dies waren weitere Meilensteine in der Firmengeschichte.
In den 50er und 60er Jahren kamen schließlich noch Psychopharmaka – unter anderem ein innovatives Medikament gegen Angstzustände – hinzu. Außerdem wurde ein orales Kontrazeptivum entwickelt, das innerhalb von zwei Jahren zur Nummer 1 auf dem US-Markt aufstieg.
Die deutsche Tochtergesellschaft Wyeth Pharma GmbH wurde 1960 zunächst in Hamburg gegründet. Als für die geplante Produktionsstätte in der Hansestadt kein geeignetes Grundstück gefunden wurde, fiel der Entschluss für den Umzug nach Münster. Die westfälische Universitätsstadt, die auf 1200 Jahren politisch und wissenschaftlich bedeutungsvoller Geschichte zurückblicken kann, erwies sich als hervorragender Standort für das weitere Wachstum.
Im Jahre 1963 startete Wyeth am neuen Standort mit neuen Gebäuden, Produktionsstätten sowie vielen Mitarbeitern. Hier ließen sich alle wichtigen Unternehmensfunktionen wie Forschung und Entwicklung, Wirkstoffproduktion und Fertigung sowie Marketing und Vertrieb unter einem Dach vereinen, um damit die Aktivitäten auf dem deutschen Markt zu bündeln.
Heute hat Wyeth den überwiegenden Teil seiner europäischen Produktionskapazitäten in Irland angesiedelt. In Münster konzentriert sich Wyeth Pharma vor allem auf die Bereiche Medizin, Marketing und Vertrieb.