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Supportivtherapie
Supportivtherapie
Der Einsatz von Opioiden ist in der Therapie ausgeprägter Schmerzen meist unverzichtbar.
Eine schwerwiegende und anhaltende Nebenwirkung ist die Opioid-induzierte Obstipation (durch Opioide verursachte Verstopfung).
Bis zu 90 Prozent der Behandelten sind von dieser Nebenwirkung betroffen.
Zusammen mit weiteren Faktoren, die zu einer Verstopfung führen können (z.B. höheres Alter, Bewegungsmangel, Flüssigkeitsmangel, ballaststoffarme Ernährung, Begleitmedikation) können die Beschwerden erhebliche Ausmaße erreichen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Unbehandelt führen die Nebenwirkungen oftmals zu einer Dosisverringerung der Opioide und damit ist eine ausreichende Schmerztherapie nicht mehr gewährleistet. In einigen Fällen kann es aufgrund der Nebenwirkungen auch zum Abbruch der Schmerzbehandlung kommen.
Ab wann eine Verstopfung vorliegt, ist nicht allgemein gültig und verbindlich geregelt.
Nach einer Definition der International Association for the Study of Pain (IASP)
müssen dazu zwei oder mehr der folgenden Kriterien über einen Zeitraum von
drei Monaten zutreffen.
- unterstützendes Pressen ist zur Entleerung notwendig (bei mindestens 25 Prozent aller Entleerungen)
- Harte Stühle (bei mindestens 25 Prozent der Entleerungen)
- Gefühl der unvollständigen Entleerung (bei mindestens 25 Prozent der Entleerungen)
- Drei oder weniger Entleerungen pro Woche
Allerdings wird vor allem der geforderte dreimonatige Beobachtungszeitraum
vielfach als zu streng kritisiert. Demnach liegt eine Verstopfung auch schon
früher vor.
Gegenmaßnahmen sollten bereits präventiv mit Beginn der Opioidtherapie erfolgen. Bislang blieben dazu neben einer Ernährungsanpassung und Lebensstiländerungen die Verordnung von Laxantien, bei unzureichender Wirkung auch Einläufe oder manuelles Ausräumen. Die letztgenannten Optionen haben zum Teil erhebliche Nachteile und sind für die Patienten oft sehr belastend.
So ist der Wirkmechanismus von Laxantien unspezifisch, die Herkunft der Verstopfung
muss fast immer unberücksichtigt bleiben. Darüber hinaus stellt sich der erwünschte
Effekt oft nicht ein, die Erfolgsquote liegt bei gerade mal 46 Prozent.
Und schließlich müssen Patienten mit weiteren Nebenwirkungen wie Blähungen, Flatulenz und dem kaum vorhersehbaren Wirkeintritt rechnen. Die Stuhlentleerung ist daher gerade für ältere Patienten mit stark reduziertem Gesundheitszustand oft nur schwer kontrollierbar und kann deshalb einen erheblichen pflegerischen Aufwand nach sich ziehen.
Eine neue Therapiemöglichkeit, die oipioid-indiuzierte Verstopfung bei diesen Patienten zu beheben, bietet Wyeth mit einem neuen Präparat, das selektiv die peripheren Opioid-Rezeptoren (z.B. im Darm) blockiert und die Wirkung der Opioide dort verhindert. Die Darmtätigkeit bleibt erhalten. Das Präparat passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke und hat daher keine Wirkung auf die Opioid-Rezeptoren im Gehirn und erhält die schmerzhemmende Wirkung der Opioide.