Home
Für Patienten
Gynäkologie
Orale Kontrazeptiva
Orale Kontrazeptiva
In Deutschland wenden ungefähr 6 Millionen Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter ein orales („mündliches“, d.h. zum Schlucken) Mittel zur Empfängnisverhütung an. Die Antibabypille bietet im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden die größte Sicherheit vor einer ungewollten Schwangerschaft.
Wyeth Pharma hat schon seit den
60er Jahren kontinuierlich zukunftsweisende Forschung im Bereich der oralen Kontrazeption betrieben und stets anwenderinnenfreundliche, moderne Präparate angeboten.
Wie wirkt die Pille?
Die Entstehung - wie ist die Pille entdeckt worden?
Die Antwort ist auch nach 40 Jahren Pille noch eine aufregende Story. Die Geschichte beginnt bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Wissenschaftler entdeckten damals eines der großen Lebensgeheimnisse, die Steuerung unserer Organe.
Was sie herausfanden, war eine Sensation. Um reibungslos kooperieren zu können, stehen unsere Organe in ständiger Kommunikation miteinander. Das Gespräch der Organe wird von einer Steuerzentrale im Gehirn (Hypothalamus) überwacht und mit Hilfe der benachbarten Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gelenkt.
Später gelang es auch, die Sprache der Organe zu entschlüsseln:
Um sich wechselseitig mit den erforderlichen Informationen zu versorgen, entsenden die Organe über die Blut- und Lymphbahnen in winzigsten Mengen bestimmt Stoffe, die Hormone (vom griechischen hormain: antreiben). So genannt, weil sie in vielen Lebensprozessen als Antreiber fungieren, auch bei der Entstehung von neuem Leben.
Man fand außerdem heraus, welche Hormone die Hauptrolle spielen, Östrogene und Gestagene. Dann folgte die eigentliche wichtigste Entdeckung: Nämlich, dass es möglich ist, von außen in die Kommunikation gezielt steuernd einzugreifen. Die Geburtsstunde der hormonalen Verhütung war da.
1961 wurde in Deutschland die erste Pille zugelassen.
Die Organe - wer ist eigentlich an der Fortpflanzung beteiligt?
Die wichtigsten, an der Fortpflanzung beteiligten Organe sind die Eierstöcke, Eileiter und die Gebärmutter.
Die Eierstöcke erfüllen zwei wichtige Aufgaben: Sie produzieren Hormone und lassen im Laufe eines Lebens ungefähr 500 Eizellen zum Eisprung heranreifen.
Beim Eisprung löst sich das Ei vom Eierstock und wandert in den Eileiter. Während der Wanderung in die Gebärmutter kommt es zur Verschmelzung mit einer männlichen Samenzelle.
Die Gebärmutter ist der Ort, an dem sich das befruchtete Ei einnistet und sich innerhalb von 9 Monaten zum lebensfähigen Baby/Kind entwickelt. Kommt es zu keiner Befruchtung und somit zu keiner Schwangerschaft, wird die Gebärmutterschleimhaut im Monatszyklus abgestoßen (Monatsblutung) und wieder erneuert.
Die Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide heißt Gebärmutterhals. Durch ihn gelangt der Samen über die Gebärmutter zum Eileiter. Im Fall einer Schwangerschaft wird er durch einen Schleimpfropf fest verschlossen, damit der Embryo sicher geschützt ist.
Der Monatszyklus - was passiert eigentlich im Körper?
Das hormonelle Miteinander der Organe wird vom Gehirn gesteuert. Der Monatszyklus einer Frau beginnt mit dem Befehl der Steuerzentrale an die Hirnanhangdrüse, in den Eierstöcken ein Ei reifen zu lassen.
Sobald der Eierstock ein Ei reifen lässt, setzt er verstärkt Hormone frei. Die Gebärmutter versteht die Nachricht und wird ihrerseits aktiv. Sie baut die Schleimhaut auf, damit sich die befruchtete Eizelle einnisten kann.
Sobald das Ei reif ist, wird die Hirnanhangdrüse ebenfalls durch Hormone veranlasst, den Eisprung zu bewirken: Die Eizelle löst sich aus der Eihaut und wandert vom Eierstock in den Eileiter, wo sie sich für die Vereinigung mit einer Samenzelle bereithält.
Wird die Eizelle nicht befruchtet, löst sie sich nach 4 Tagen auf.
Die Eierstöcke stoppen die Hormonproduktion und geben der Gebärmutter damit das Signal zum Abbau der Schleimhaut. Die Monatsblutung (Menstruation) beginnt.
Am sinkenden Hormonspiegel merken auch Hirnanhangdrüsen und Steuerzentrale, dass kein Ei befruchtet wurde und neues Leben nicht entstanden ist. Deshalb weisen sie die Eierstöcke an, das nächste Ei heranreifen zu lassen.
Der Kreis schließt sich.
Ein neuer Zyklus beginnt.
Wird aber das Ei befruchtet, wandert es in die Gebärmutter, nistet sich in die Schleimhaut ein und meldet sich von hier mit einer hormonalen Botschaft. Die Gebärmutter selbst reagiert augenblicklich auf die Nachricht der Hormone und verschließt den Gebärmutterhals mit einem festen Schleimpfropf.
Die Eierstöcke verstärken ihre Hormonproduktion, damit es keine Monatsblutung mehr gibt und der Embryo nicht samt Gebärmutterschleimhaut abgebaut wird.
Durch die verstärkte Hormonproduktion ist auch die Hirnanhangdrüse über die veränderte Situation informiert. Ab sofort erteilt sie keinen Auftrag mehr, ein Ei reifen zu lassen.
Jetzt ist der Embryo sicher geschützt:
- Es reift kein Ei mehr heran.
- Es gibt keine Blutung mehr.
- Es gelangt kein Sperma mehr hinein.
Damit ist auch ausgeschlossen, dass es zu einer erneuten Befruchtung kommt.
Die Pille - wie wirkt die Pille eigentlich?
Das Wirkprinzip der Pille ist einfach: Sie schleust von außen Hormone ein, die den körpereigenen Hormonen (Östrogen und Gestagen) sehr ähnlich sind und genauso zuverlässig wirken. Sie sorgt dafür, dass Steuerzentrale und Hirnanhangdrüse keinen Auftrag mehr erteilen, ein Ei reifen zu lassen. Neben dieser Hauptwirkung der Pille führt ihre Anwendung auch dazu, dass der Gebärmutterhals durch einen festen Schleimpfropf für Spermien praktisch unpassierbar wird. Die Pille schützt somit durch mehrere Mechanismen und verhindert von vornherein eine Befruchtung. Denn: Wo kein Ei ist, kann es auch kein Baby geben. So kommt es, dass - korrekte Einnahme vorausgesetzt - die Pille besonders sicher schützt. Schon mit dem ersten Einnahmetag der Pille wird eine Befruchtung verhindert.
Orale Kontrazeptiva - welche Pillenarten gibt es?
In Deutschland sind Einphasenpräparate, Dreiphasenpräparate, Sequenzpräparate, Stufenpräparate und reine Gestagenpräparate als orale Kontrazeptiva („Pillen“) auf dem Markt.
Unter einem Einphasenpräparat (monophasischen Kombinationspille) versteht man ein Präparat, bei dem jedes Dragee sowohl Östrogen als auch Gestagen enthält. Alle Dragees enthalten diese Hormone immer in derselben Dosierung.
Im Dreiphasenpräparat ist eine Kombination von Östrogen und Gestagen in drei unterschiedlichen Dosierungen enthalten. Deshalb kann man bei diesen Präparaten die Dragees einer Packung auch nicht einfach so gegeneinander austauschen, sondern muss sie der Reihe nach nehmen.
Bei den Sequenzpräparaten ist in den Dragees des ersten Abschnitts nur Östrogen enthalten, und im zweiten Abschnitt Östrogen und Gestagen. Auch hier gilt, die Dragees untereinander nicht zu verwechseln.
Stufenpräparate gibt es in Deutschland derzeit in zwei Stufen, wobei jede Stufe sowohl Östrogen als auch Gestagen in einer unterschiedlichen Dosierung enthält.
Die „Minipillen“ enthalten nur Gestagen, kein Östrogen.
Außer der klassischen „Pille“ gibt es auch nicht-orale Verhütungsmöglichkeiten, wie Pflaster, Stäbchen, Ring oder Spirale.
Hormonfreie Verhütungsmethoden sind z.B. Kondom oder Pessar.
Welche Methode für einen selbst geeignet ist, sollte man mit seinem Frauenarzt besprechen.